Archäologisches Museum

 
 
 

Das archäologische Museum Kissamos befindet sich im venezianischen, denkmalgeschützten Gebäude,auch unter dem Namen das alte Verwaltungsgebäude bekannt. Dieses liegt im alten Stadtkern venezianischer Zeit.Die venezianische Burg Castel Chissamos, die auch bei der ehemaligen Namensgebung der Kleinstadt  Kastelli Pate stand, wurde während der türkischen Herrschaftszeit erweitert und umschloss das Verwaltungsgebäude mit ihren Befestigungsmauern. In seiner langjährigen Geschichte wurde das Denkmal vielen baulichen Veränderungen unterworfen, die letzte davon im Jahre 2000 als es zum Archäologischen Museum der Kleinstadt und ihrer Umgebung umgebaut wurde. Anhand seiner Ausstellungsstücke lässt sich die Geschichte der Provinz nachvollziehen, beginnend in  vorgeschichtlicher Zeit bis in die Neuere Antike, d.h. den Anfängen des Christentums . Die Ausstellung ist nach chronologischen  und lokalen Kriterien in verschiedene Abteilungen  unterteilt, die sich auf Erdgeschoss und ersten Stock des Gebäudes verteilen. Die gesamte Ausstellung ist reich an Informationen und Ansichtsstücken. Um die lückenlose Information des Besuchers zu gewährleisten, wird auch eine elektronische Darstellung der Forschung und der historischen Nachweise des katastrophalen Erdbebens angeboten, die sich rechts im Eingangsbereich befindet. Im Jahre 365 nach Christi wurde Kreta als Folge des Erdbebens in weiten Teilen überschwemmt und Kissamos dem Erdboden gleich gemacht.

Erdgeschoß Raum 1

Die Ausstellung beginnt mit einer allgemeinen chronologischen Übersichtstafel und einer Karte der antiken Fundstellen der Region, die Auskunft über die genaue Herkunft der Ausstellungsstücke gibt. Es folgt die Darstellung der minoischen Epoche mit Ausgrabungstücken von Nopigia, frühere Gemeinde Drapanias.

Raum 2

Hier beginnt die Darstellung der geometrischen Epoche, die die Aufmerksamkeit  auf die historische Entwicklung der wichtigsten Stadtstaaten des Gebiets lenkt, Polirinia und Falasarna. Diese beiden Städte erreichten in der hellenistische Epoche den Höhepunkt ihrer Entwicklung, erstere als Land-, letztere als Seemacht.

Raum 3

Die Darstellung der hellenistischen Jahre wird mit Keramikfunden der unabhängigen Städte und Siedlungen der Umgebung fortgesetzt. Typische Beispiele der Keramik im Westen Kretas sind die großen Amphoren mit schwarzen Belag und  Reliefemblemen, die mit Hilfe von vorgefertigten Formen hergestellt wurden. Im gleichen Raum sind auch hellenische Inschriften ausgestellt und außerdem der größte Teil der Skulpturen aus dem Einzugsgebiet von Kissamos .Es handelt sich hier um Werke, welche vorwiegend aus der Zeit der römischen Herrschaft stammen. Neben dem Aufzug, unter der Treppen, befindet sich ein Teil der Ausgrabung eines römischen Bades, über dem in venezianischer Zeit ein Gebäude errichtet wurde.

1. Stock

Der gesamte erste Stock ist der Stadt Kissamos und ihren zahlreichen Erzeugnissen gewidmet. Er stellt den Versuch dar, die römische Herrschaftszeit aufleben zu lassen, die so viele Denkmäler auf Kreta hinterlassen hat, aber immer im starken Scheinwerferlicht, das fast ausschließlich auf die minoische Kultur gerichtet ist, verblasst. Die griechisch – römische Stadt Kissamos, in der Tat ein Hafen auf dem Kreuzwerk der Seerouten seiner Zeit erlebt ihre Blütezeit in den Jahren des römischen Kaiserreiches. Die öffentlichen Gebäude, vor allem Bäderkomplexe, zeigen im Glanz ihres Marmors, dem Schmuck ihrer Architektonik und den Skulpturen Zartheit und eine ausgeprägte Liebe zum Luxus. Unter den archäologischen Endeckungen tun sich besonders die großen ,bürgerlichen Landhäuser hervor, aus denen vor allem Mosaike, Bodenbeläge, Skulpturen, Teile von Marmortischen und Wandbemalungen in die heutige Zeit herübergerettet werden konnten.

Raum 4

Der große Raum des Museums ist den bürgerliche Landhäusern der hellenisch- römischen Stadt Kissamos gewidmet.  Hier kann man Mosaikböden  und interessante, bildhafte Darstellungen bewundern, ein Muster Opus Sextile (aus Marmor in einem Mosaikbodenbelag), eine Sonnenuhr, Tischteile und Skulpturen.                            Raum 5
Die Aufstellung konzentriert sich hier auf die Wirtschaft der Stadt. Münzen, versteckte Schätze, einheimische und importierte Amphoren und entsprechendes Ansichtsmaterial werfen Licht auf den Alltag  der Händler und der kommerziellen Beziehungen.

Raum 6

Hier wird der Alltag über Haushaltsgegenstände aus unterschiedlichen  Materialien wie Ton, Metall und Knochen dargestellt. Einige der ausgegrabenen Keramik- gegenstände zeugen von einer bemerkenswerten, gewerblichen Produktion. Außerdem wird versucht, ein Bild der biblischen Katastrophe und dem Ausmaß der Zerstörung der Stadt durch das Erdbeben 365 n.Chr. zu schaffen, welche dann auch der Blütezeit der Stadt ein jähes Ende bereitet.

Raum 7

Der letzte Raum ist dem Thema des Todes gewidmet. Ein Frauengrab der frühen Entstehungsperiode der Stadt mit vielen Grabbeigaben nimmt eine ganze Vitrine ein.
Der größte Teil der übrigen Grabfunde gehört in die römische Zeit. Die neuere Antike,die so genannte altchristliche Epoche, wird von einigen Grabbeigaben übermittelt   die auf ein Überleben antiker Beerdigungsbräuche hinweisen. Zeugnisse christlicher Grabinschriften belegen die vorherrschende neue Religion nach dem katastrophalen Erdbeben und vor allem im fünften Jahrhundert und danach. In einer von allen Seiten einsehbaren, geschützten Vitrine sind Ausstellungstücke aus wertvollen Materialien zu sehen, es handelt sich dabei vor allem um Grabbeigaben. (deutsche Übersetzung aus dem griechischen Prospekt des Museums von Christina Boose, griechische Texte und wissenschaftliche Ausarbeitung  von St. Markoulakis und M. Milidakis)